Was kann ein Label mehr leisten, als aufregende Musik anzubieten?
Amy Antin
Amy Antin
Heart of Clay
VÖ: 25.05.2007
Vertrieb: edel contraire
901003 HER
Amy, das ist cool!
Überraschung! Nach zwei schönen, aber teilweise schwer zugänglichen, weil sehr introvertierten Alben - nämlich "Ain't Cut To Measure" (1997) und "Pretty Little Girl" (2000) - überrascht die Wahlkölnerin Amy Antin nun mit dem höchst entspannten, vollkommen unaufdringlichen, aber zutiefst anrührenden "Heart Of Clay".
Es gibt Songs, die fordern lautstark unsere Aufmerksamkeit. Sie drängen sich ins Gehör, in unser Leben und wollen beachtet werden. Das sind nicht notgedrungen schlechte Songs, aber es sind auch nicht die nachhaltigsten. Nachhaltig sind die, die ohne uns auskommen, die nichts erzwingen, die alles können, die sich selbst gefallen, ohne selbstgefällig zu sein. Die da sind, egal ob wir hinhören oder nicht, egal ob wir nicken oder nicht. Die schön sind in ihrer - ja ich traue mich dieses große Wort zu gebrauchen - Erhabenheit und Souveränität. Jeder Ton ist an genau der richtigen Stelle. Kein Zuviel. Kein Aufmerksamkeit heischendes Gedaddel. Nur die reine Essenz.
Reduktion. So sind die Songs von "Heart Of Clay" geworden - wegen der Singer/Songwriter-Kunst von Amy, wegen der klugen Produktion von Josef Piek und den exzellenten Beiträgen der handverlesenen Musiker.
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Womit wir schon einen der Hauptunterschiede zu den Vorgänger-Alben aufgezeigt haben. Früher war da nur die Lady mit ihrer Gitarre und ihren Songs. Jetzt wurde die Erfinderin der "room"-Konzertreihe von den feinsten Musikern der Kölner Szene begleitet und sie hat es zugelassen, dass ihre Songs in jenen melodischen und instrumentalen Glanz getaucht werden, der dann auch traurige Lieder erträglich macht.
"Alles, was Zuviel war, egal ob der Solo- oder Teamarbeit, wurde herausgeschnitten", sagt Amy und berichtet, dass die Produktion kein Spaziergang war. Aber die Arbeit, die sich über gut anderthalb Jahre hinzog, hat sich gelohnt. Auch die Tatsache, dass die Gesangslehrerin Amy selbst wieder in die Schule ging und lernte, ihren ganzen Körper mitsingen zu lassen, dass sie mit Josef um jeden Meter Boden, jedes Intro und Outro kämpfte, dass die Musiker sich ganz weit zurücknehmen, um diese kammermusikalische Feinheit zu erlangen - all das hat sich vollauf gelohnt. "Heart Of Clay" hat keine langweilige, keine überflüsige Minute und bitte, wann konnte man das in letzter Zeit schon von einem Album behaupten. Okay, "Modern Times" von Dylan hat diese Qualität, den besseren Alben von James Taylor eignet diese Güte oder auch ein zwei Alben der späten Steely Dan gehören in diese Aufzählung.
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