Triband

In welches Regal man dieses Quartett auch sortiert: Es bleibt überall ein Sonderling, der nicht so richtig dazu gehört, obwohl sich alle für ihn interessieren. Es könnte beinahe Jazz sein, wären da nicht diese cinematographischen Sounds und die manchmal leicht belegte, oft unheimlich zärtliche Stimme von Sandie Wollasch. Zum Rock fehlt mitunter der dicke Groove, zum Pop die fröhliche Oberflächlichkeit, zum Soul die Tragik.

Doch ein Mangel ist in keiner Weise zu spüren, denn Triband haben ein herrlich wankelmütiges Werk vollbracht, fast so etwas wie eine alte Kiste auf dem Speicher, in der zu wühlen auch bedeutet, sich in Zeit und Raum einfach zu verlieren. Und manchmal unvermutet aufzuschrecken. Wenn es, wie auf der Single „Miss Baby Light" auf einmal im Zeitlupentempo schön erotisch wird oder Sandie Wollaschs sanfte Stimme in „Smoking" durch leicht vernebelte Streicher spaziert und auf einmal eine laute E‐Gitarre zur Vollbremsung ansetzt. Sebastian Studnitzky, Keyboarder und Trompeter der in Berlin ansässigen Band, lacht: „Und das Beste daran", sagt er, „ist dies: Da kommt gar keine Gitarre vor, das ist meine leicht verfremdete Trompete". Befeuert wird der kleine Geniestreich letztlich von den doch etwas unorthodoxen Methoden, mit denen Studnitzky und Kollegen von der Idee zum Ziel gelangen.