Huellas

Release

Huellas

Label: 
Herzog Records
Vertrieb: 
Edel / finetunes
Kat.Nr: 
426010901033-1
Promotion: 

TV & Radio Promotion: Herzog Promotion / +49 (0)40 55616444

Print Promo: Ragna Siegel / +49 (0)40 413 55 828

VÖ: 
08.02.2013
- Huellas

Lily Dahab - Huellas (dtsch : Spuren, gesprochen: hueschas)
Huellas bedeutet „Spuren“ - und ihnen, sowohl genetisch, wie auch emotional und musikalisch folgt Lily Dahab nun mit einem ganz zielgerichteten Kurs auf ihre Heimat. „Wenn du einen Song aussuchst oder schreibst, dann rührst du an etwas in dir, das darauf wartet, herauszukommen, wie ein schlafender Vulkan, der dann in Form von Musik zu neuem Leben erwacht“, sagt sie. Ausgewählt hat sie eine erstaunliche Palette an Liedern, die alle eine Bedeutung in ihrem Leben haben: „Ob nun Folklore oder Tango - es mögen sehr verschiedene Stile sein, doch sie sind alle Teil der Musik Argentiniens. All diese Autoren haben eine Spur in mir hinterlassen, denn ich habe ihre Songs schon gesungen, als ich sehr jung war, sie haben meine Jugend begleitet. Und nun singe ich sie mit einem reiferen Zugang“.

Ein feinsinniges und schichtenreiches Spektrum argentinischer Farben breitet sich auf Huellas aus. Da sind aus der Folkloretradition des Litoral, dem Nordosten Argentiniens stammende Stücke eingewoben: „Peces de Luz“ wird in verträumt-jazzige Liedhaftigkeit gewandet, die „Zamba de usted“ mit traumwandlerisch swingender Stimme zu rustikalem Beat ausgestaltet - inklusive pointierten Gitarrensoli des prominenten Gastes Quique Sinesi, der remommierteste Saitenzauberer des Landes. Ins Tango-Universum tauchen Lily Dahab und Kollegen mit zwei Piazzolla Kompositionen ein, geschmückt mit Bandoneón-Einlagen von Walther Castro. Zunächst mit „Vuelvo al Sur“, einer nostalgisch liebevollen Reflektion über Lilys Heimatstadt am Rio de la Plata. In „Yo soy Maria“ widerum personifiziert Piazzolla Buenos Aires mit einer Frau, sinnlich, fatal und verzaubernd.


Und dann sind da die vielen Perlen aus dem Universum argentinischer Songwritingkunst, die sie sich erfindungsreich zu eigen macht. Großen Anteil an der Ausgestaltung hat Pianist Aperdannier, der von impressionistischem Innehalten bis zu kräftigem Impetus immer wieder Akzente setzt. Gitarrist Sinesi (der zusammen mit Castro im Grammy geschmückten Trio von Pablo Ziegler, dem langjährigen Pianisten Piazzollas spielt), Bassist Andreas Henze und Dahabs Landsmann Topo Gioia fügen sich lyrisch, beherzt und effektreich, dabei stets eigenständig in das Zusammenspiel. Erst melancholisch, sich dann hymnisch aufschwingend präsentiert sich das Titelstück aus der Feder Dahab/Aperdannier mit Lyrics von Lilys Freundin und international gefragten Texterin Claudia Brant. Es wurde durch den Film „Oranges and sunshine“ inspiriert, der die bittere Geschichte von mehr als 130.000 britischer Kinder erzählt, die unter Vortäuschung
falscher Tatsachen in Länder des Commonwealth verfrachtet wurden „Detras del Muro de los lamentos“ aus der Feder des argentinischen Rockers Fito Paez
bekommt einen grandiosen, völlig unerwarteten arabischen Anstrich in einem neuen Arrangement und in Gestalt von Oudspieler Nuri Karademirli, der wie Lily´s Großvater in Izmir geboren wurde – eine Verbeugung vor Dahabs Vorfahren. Mit „Como la cigarra“ erweist sie der metaphernreichen und wagemutigen Poetin Maria Elena Walsh ein ergreifendes Tribut. „M.E.Walsh hinterließ definitiv Spuren in meiner Jugend, sie schrieb hauptsächlich Kinderlieder, aber ihre Texte hatten oft eine doppelte Bedeutung. Da Mercedes Sosa zur Zeit der Militärdiktatur verboten wurde einen Song von Walsh zu singen, reagierte die Poetin darauf mit „Como la cigarra“, deren zweite Bedeutung ist : ihr werdet mich niemals zum Schweigen bringen, „wie die Zikade“. Schließlich gibt es im Finale mit „Plegaria para un niño dormido“ (Original von Luis A. Spinetta) eine zärtliche Annäherung an die Straßenkinder und ihre Träume, die niemals in Erfüllung gehen können, wenn sie erwachen. Nicht zu vergessen zwei weitere Eigenkompositionen, die einen Einblick in die schöpferische Chemie von Lily Dahab und Bene Aperdannier bieten: Die empfindsame Ballade „Para Mário“ ist einerseits einem verstorbenen Freund gewidmet, andererseits spiegelt es aber auch Lily´s neue Heimat Berlin mit seinen langen, dunklen Wintern wider, die die Latina in Lily innehalten und sinnlich reflektieren lassen. Als fröhlicher Gegenpol fungiert der (brasilianische) Samba „Deja que te hable el alma“ voll tänzerischer Sonnigkeit und wunderbaren, luftigen backing vocals. Huellas offenbart sich als bewegende Widmung an eine zurückgelassene und doch stets in der Seele verankerten Heimat - Lily Dahab hat sich ihr mit jeder Faser und jedem Herzschlag, mit Passion, Sehnsucht, Nachdenklichkeit und Freude verschrieben.