Nackt und Roh

Release

Nackt und Roh

Label: 
Herzog Records
Vertrieb: 
Edel/finetunes
Kat.Nr: 
901023 HER
Promotion: 

TV, Print, Radio, Online

VÖ: 
07.10.2011
- Nackt und Roh

Da behaupte einer noch mal, die Bayern hätten hierzulande die Blasmusik für sich gepachtet. Trompeten, Saxofone, Posaunen und Tuben lösen sich schon lange vom bayuwarischen Idiom, sind globales Vokabular geworden. Und immer wenn an einem kulturellen Knotenpunkt ins Blech geblasen wird, entsteht ein besonders heißes Gebräu. Die neun Herren von beat 'n blow um die charismatische Leadsängerin Katie La Voix bringen da einen satten Berlin-Bonus mit. Und der heißt: Funk und Soul, mit gelegentlichen Ausflügen in Mariachi-Gefilde, New Orleans, die Karibik, den Balkan Brass und eine Portion Dub. Diese fiebrige Mischung aus der Hauptstadt tönt auf dem mittlerweile fünften Album dieses kraftvollen Zehners noch ein wenig direkter, intensiver, herzblutender: „NACKT UND ROH" eben.

Zwölf kantig geschmirgelte Brass-Soul-Perlen mit intimen Interludien treffen da auf unsere Ohren und müssen erst mal verarbeitet werden. Im Opener „1000 KM" pumpen beat 'n blow mit Hummeln im Hintern einen aufgekratzten Song übers Wiedersehen einer alten Liebe in die Gehörgänge. Das Titelstück schreitet machtvoll über einer Bassdrum voran, kündet von kompromissloser ständiger Erneuerung: „Ich spiel nicht mehr Hide and Seek, du kriegst was du siehst, nackt und roh!"

Und auch in den anderen Stücken, kriegen die Hörer Sounds ohne Gucci- und Pucci-Politur: Ein Manifest für eine starke Stadtfrau ohne oberflächlichen Glamour gibt es in der vorwärtspreschenden „Queen der Nacht", „What The Girl Wants" spielt augenzwinkernd mit Disco- und Vocoder-Vokabeln. Schwüles New Orleans-Flair kommt in „Louisiana Fish Fry" und „Wer auf der Welt" zum Tragen, und über schmatzender Tuba entfaltet sich in „Pretty Pictures Of An Ugly Man" ein cooler Funk, der auch Prince gut zu Gesicht stehen würde. Doch es gibt in diesem Parforce-Ritt auch famose Ruhepole: „Simpler Schmerz" reflektiert die Achterbahnfahrt der Liebe in bester „Track Of My Tears"-Manier, in „Irgendwohin" versteckt sich eine hymnische, vom Reggae angefixte Aufbruchstimmung. Und mit dem frechen Flirt im Finalstück empfehlen sich beat 'n blow auch als Band, die Chill-Eleganz und Brass-Feuer durchaus für vereinbar hält.

 Fulminanter, seelenvoller Stoff aus den fiebrigen Adern der Großstadt: Gäbe es in Berlin eine Funk Street und eine Brass Lane, so würden beat 'n blow an ihrer Kreuzung eine turbulente Villa bewohnen. 

Pressebilder: