The Other Man

Release

The Other Man

Label: 
Herzog Records
Vertrieb: 
Edel/finetunes
Kat.Nr: 
901026 HER
Promotion: 

TV, Radio, Print, Online

Booking: 
VÖ: 
24.02.2012
- The Other Man

Mit dem Werk „The Other Man", wiederum mit seinem bewährten Team um den Produzenten Ulf Kleiner eingespielt, spürt Jeff Cascaro wieder intensiv seinem anfänglichen Soul-Antrieb nach, wendet sich nach innen, um Raum für die Essenz zu schaffen. "Dieses Album klingt transparenter, überschaubarer und akustischer", erklärt er. Tatsächlich kommt einem da ein warmer, geerdeter Sound entgegen. Ein Sound, der nicht mit durchgestylten Finessen überzeugen will, sondern mit souveräner Reduktion, die freilich nicht mit Askese zu verwechseln ist. Und in dem alles punktgenau an seinem Platz ist: die Fender Rhodes- und Hammond-Akzente, die Funkyness einer sparsamen Gitarre, die beseelten Grooves der Rhythmussektion und das grandiose Aufblitzen von Blech – nur nebenbei bemerkt sei, dass Cascaro die Posaunen- und Trompeten-Soli alle selbst spielt. Im Zentrum natürlich stets seine Stimme, die unüberhörbar nochmals an Tiefe und Ausdrucksspektrum zugelegt hat.

Da ist das Titelstück über den vermeintlich betrogenen Mann, der über den „Anderen" rätselt – Cascaro schlüpft mit lakonischem Ton famos in die Rolle des Eifersüchtigen. In „The Girl Who Got Away" spielt er über seinem ganzen Stimmenumfang wunderbare Mellow-Qualitäten aus, legt dann in „Stop!" ein aufrichtiges, zeitloses Liebesgeständnis hin. In eine zurückgelehnte, an Marvin Gaye gemahnende Mood mit wunderbaren mehrstimmigen Sätzen im Refrain geht es beim süffig- relaxten „You". Seinen ureigenen Stempel hat Cascaro der in diesem Albumkontext sehr stimmigen Reverenz an Al Green in der Sechsminutenversion von „Let's Stay Together" aufgedrückt - mit einem bewegenden Acappella-Intro.

Zentral für das Album ist der Südstaaten-Groove „Beale Street", mit dem die Wurzelsuche ins Epizentrum von Memphis führt, samt kochendem Posaunensolo. Und schließlich wird auch Jazzgrößen von Charles Mingus bis Ray Brown Tribut gezollt, in den komplexen Grooves und Harmonien von „Swing Thing", das den Protagonisten gar zu einer Scat-Einlage herausfordert. „Ich habe nie unterschieden in Jazz, Soul oder Blues, kann nicht sagen wie viel Prozent hiervon und davon in meiner Musik stecken. Ich bin Musiker. Punkt. Und dabei ist mein Ziel, dass ich immer reifer und reflektierter erzählen kann." Das ist Jeff Cascaro mit „The Other Man" zweifellos gelungen. 

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