Riviera

Release

Riviera

Label: 
Herzog Records
Vertrieb: 
Soulfood/Believe
Kat.Nr: 
4260109010317 / 901031 HER
Promotion: 

Herzog Promotion; Uwe Kerkau Promotion

 

Booking: 
VÖ: 
24.08.2012
- Riviera

Ist es ein Geheimnis, dass einige der besten Songs der Pop- und Jazzgeschichte am Meer entstanden? Das gleißende Licht am Strand, das Glitzern der Wellen, die frische Meeresbrise beleben die Inspiration, öffnen die Räume der Vorstellungskraft… Für ihr aktuelles, drittes Opus „Riviera“ hat sich die Berliner Sängerin Jessica Gall mit ihrem Produzenten Robert Matt durch Küstenszenerien von Florida bis zur Adria beflügeln lassen. Entstanden ist ein wunderbar intimes Meisterwerk aus Fernweh, Weite und Sehnsucht.

Allein im Klang des Wortes „Riviera“ steckt für viele das Bild schlechthin von unbeschwertem, mediterranem Lebensgefühl. Jessica Gall hat Küstenlinien gleich in mehreren Ländern aufgesucht: „Als Robert Matt und ich anfingen, an diesem Album zu schreiben, waren wir gerade an der amerikanischen Ostküste. Dort am Strand haben wir die ersten Ideen gehabt. Viele weitere Songs sind ebenfalls am Meer entstanden, auch später dann in Nizza, und an der vertrauten mecklenburgischen oder türkischen Riviera." Auch wenn die Sängerin mitten in Berlin geboren ist, zog es sie von klein auf immer in die Nähe zur Natur: „Ich war schon als junges Mädchen immer die, die mehr die Bäume liebte als nette Cafés, Veranstaltungen, Menschenmassen“, erinnert sie sich. „Ich suche immer die Weite, die Einsamkeit, ich kann gar nicht anders. Natur inspiriert mich.“ Diese Weite, sie drückt sich auch in ihrer Vorliebe für  Südstaaten-Stilistik aus, die in den wunderbaren Songs von „Riviera“ stets im tiefen Atem der Stücke, in den Sounds der Pedal Steel präsent bleibt, wie auch schon auf dem Vorgänger „Little Big Soul.“ Dabei beschränkt sie sich etwa keineswegs auf ein Country-Fahrwasser, sondern knüpft den räumlichen, ruhigen Grundton unverkennbar an die Feinheiten des Jazzvokabulars.

Anders als bei ihren letzten beiden Alben schöpfte sie die Musik für „Riviera“ nicht mit einem größeren Team aus verschiedenen Musikern, sondern vertraute im Teamwork ausschließlich auf den Pianisten und Produzenten Robert Matt, mit dem sie auch einige neue Studiofinessen auslotete: “Wir haben oft mit akustischen Sounds experimentiert, etwa mit Loops, die wir aus dem Klang von Tellern oder den angeschlagenen Saiten des Flügels gebaut haben.“ Gerade in der intensiven Produktionsarbeit ist zu spüren, dass die Sängerin im letzten Jahr durch eine nachdenkliche Zeit gegangen ist. Nach wie vor steht im Zentrum natürlich die Vokalkunst. Jessica Gall hat  zwar an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Jazz studiert, doch von Beginn legte sie Wert darauf, sich auch Freiheiten in Richtung Pop herauszunehmen und so zu einer ganz individuellen, vielschichtigen Sprache zu finden, von der auch „Riviera“ in jedem einzelnen Song lebt. Ihr innerliches, delikates Timbre spiegelt ein reiches Spektrum von Gefühlszuständen. „Shouten oder Belten liegt mir nicht, am Echtesten komme ich rüber, wenn ich mit meiner Stimme Geschichten transportieren kann“, gibt sie zu.
Von denen erzählt sie auf „Riviera“ eine Menge: Da ist das ruhig schreitende Titelstück, das detailverliebt ein maritimes Panorama von klaren Tagen am Meer, Strandidyll und Mondlicht über den Wellen entrollt. Im Opener „I Close My Eyes“ werden wir Ohrenzeuge einer grandiosen Innenschau, eines Überblickens der ganzen Welt. Das überragend sphärische „Stones & Feathers“ lenkt unseren Blick auf eine Insel der Zuflucht und hat einen leicht keltischen Unterton, in „Rain“ hingegen zaubert das Piano eine große Melodie „for the open road“. Und eine weitere Sternstunde für die Steelgitarre kommt in „Wonderland“, einer Aufforderung, sich aus dem Schneckenhaus hinauszutrauen wie das Glühwürmchen, das sein eigenes Licht wiederentdeckt.
Doch es gibt auch ein paar Ausreißer aus dem maritimen Umfeld: Da ist das loungige „Same Sky“, ein Tribut an ihr Berliner „Bergmannstraßen-Kiez“. Und schließlich wird gar die etwas aus dem Rahmen fallende, Rockabilly-angehauchte Nummer „Pardon Me“ angestimmt, ein spaßiges Studiointermezzo mit der augenzwinkernden Warnung vor der „complicated lady“. Im Finale gibt Jessica Gall das Zepter an eine hispanisch angehauchte Träumerei von Aufbruch und Segelsetzen ab: „Veranda“ läßt dem Hörer zum Schluss nochmals wohlige Vokal- und Pedal Steel-Schauer über den Rücken laufen. Dieses Stück mit seiner weit aufgespannten Melodik würde in der Tat auch so manchem US-Songwriter gut zu Gesicht stehen.

 

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