Was kann ein Label mehr leisten, als aufregende Musik anzubieten?
Peter von Poehl
Peter von Poehl
Going to where the tea trees are
VÖ: 30.03.2007
Vertrieb: edel contraire
HER 901004
Songs sind wie öffentlicher Nahverkehr: sie bringen uns voran. Aber manchmal ändern sie plötzlich den Fahrplan, den wir uns für sie ausgedacht haben und stürzen sich in ein ganz unerwartetes Abenteuer. So ist es geschehen mit Going to where the tea trees are, einer bescheidenen kleinen Single, die ein unbekannter Schwede namens Peter von Poehl aufgenommen hat. Dieser kuschelige Song, der klingt, als wäre er in einem Iglu aufgenommen, wurde zuerst in Frankreich im Radio gespielt. Danach ging alles sehr schnell: erst ließen Zuhörer die Telefonzentrale des Radiosenders heiß laufen, weil sie mehr darüber wissen wollten, dann erlag ein einflussreicher Produzent aus Los Angeles dem Charme des Songs, etwas später flossen die Verkäufe durch Peters Website. Von Mund zu Mund und von Blog zu Blog verbreitete sich die Aufregung um diese ungewöhnliche Single und machte sie berühmt.
Jetzt, da Peter von Poehl sein erstes Album herausgebracht hat, wird es Zeit, mehr über ihn zu erfahren. Über einen Mann, dessen Wege sich in den letzten Jahren mit denen gewisser Leute aus der französischen Musikszene gekreuzt haben, meistens in dunklen Ecken von gewissen Auftrittsorten oder im Hintergrund gewisser Fotos. Seine goldenen Haare und sein breites Lächeln haben allerhand Blicke auf sich gezogen, insbesondere weibliche.
- Pressematerial Mehr Fotos und diese Info zum Download.
- www.petervonpoehl.com Going to where the Websites are...
Der dreiunddreißigjährige Peter von Poehl, Sohn einer Schwedin und eines Deutschen, kam 1998 nach Frankreich. Als abenteuerlustiger Musiker nahm er schnell Kontakt mit Bertrand Burgalat auf. Der engagierte ihn als Gitarristen für eine etwas schräge Boyband, die er für sein Label Tricatel zusammenstellte. Peter wurde für Tourneen und Studio-Aufnahmen mit Michel Houellebecq, Alain Chamfort und Burgalat gebucht und nutzte den Eklektizismus dieser Projekte als seine intensive Lehre in allen Bereichen der Musik, vom Songschreiben über Studioaufnahmen bis zum Live-Auftritt. Als die Hintergrundband der Gruppe entschied, unter dem Namen AS Dragon eine richtige Gruppe zu werden, wählte Peter stattdessen seine Freiheit. Er wusste, dass sein persönlicher und sehr zarter Ansatz sich nicht gut in der Chemie einer Rockgruppe aufgehen könnte. Mit der Unterstützung von Burgalat schrieb und komponierte er, nahm sich Zeit zu reifen und schloss ernste Arbeitsfreundschaften. Hierzu zählt beispielsweise eine Partnerschaft mit Doriand, der mit ihm das erste Album geschrieben und produziert hat. Peter von Poehl, der seit 2004 meistens in Berlin wohnt, arbeitete als Produzent für den deutschen Musiker Florian Harwath, während er dem Material, aus jetzt sein erstes Album entstanden ist, den letzten Schliff verpasste.
Das Album Going to where..., das teilweise in Schweden auf dem Land (im AGM-Studio des Coproduzenten Christoffer Lundquist in Vallarum) und teilweise in Peters Wohnung in Berlin aufgenommen wurde, ist keine überproduzierte Hochglanz-Platte. Stattdessen hat sich die Musik der schlichten Umgebung bedient, in der sie aufgenommen wurde, um als lebendige, pulsierende Aufnahme herauszukommen, arm an Künstlichkeit, aber überreich an Inspiration. Wie man auch am Beispiel von Syd Barrett oder Beck sehen kann, profitieren die Ultrasensiblen nicht immer von einer perfekten Ausstattung, sondern wachsen eher an einer Umgebung mit ein paar Hindernissen. [mehr im Pressematerial]

